SuW: Große Mehrtagestour in den Dolomiten

SuW: Große Mehrtagestour in den Dolomiten

Mitte Juli stand für die Abteilung Ski und Wandern die große Mehrtagestour des Sommers 2018 auf dem Programm. Ziel waren die Dolmiten: der Monte Civetta in der Civettagruppe und der Heiligkreuzkofel in der Fanesgruppe. Die Strecke lockte mit abwechslungsreichen Landschaften, tollen Ausblicken, gutem südtiroler Essen, langen Klettersteigstrecken und Höhen bis 3220m.

Tag 1:

Am Donnerstag morgens um 06:00 trafen sich also 17 Teilnehmer zu Anfahrt.  Die 4 Autos erreichten den Startort der Tour, Alleghe in der Provinz Belluno dann gegen 12:00. Malerisch gelegen an einem See grüßte hier schon der Gipfel des nächsten Tages – der 3220 m hohe Monte Civetta – unübersehbar herunter. Das Wetter war super, die Regenwahrscheinlichkeit des nächsten Tages gab allerdings noch etwas Grund zur Sorge, ob die Tour wie geplant stattfinden kann.

Der Strecke und Dauer entsprechend ausgestattet und damit schwer bepackt wurden die ersten Höhenmeter noch mit einer Gondel überbrückt, schließlich hielt der Aufstieg zur ersten Hütte dann immer noch etwa 800 hm bereit. Zunächst durch schattigen Wald ging es also steil bergauf, schließlich ließen wir die größeren Planzen unter uns und nach etwas Kraxeln durch Fels – teilweise noch mit Resten von Altschnee – hatten wir eine wunderbare erste Rast an einem eiskalten kleinen Bergsee.

Von dort aus war es dann nicht mehr weit bis zum Rifugio Coldai, unserem ersten Nachtlager. Wie üblich in den Bergen ging es früh ins Bett: um 22:00 ist Hüttenruhe …

 

 

Tag 2:

Am Freitag wurde zeitig aufgestanden und reichlich gefrühstückt, schließlich stand eine richtig lange Tour auf dem Tagesplan:
Vom 3135 m hoch gelegenen Rif. Coldai bis zum Gipfel des Monte Civetta auf 3220 m lag eine schöne Strecke vor uns – ganz zu schweigen vom weiteren Weg bis zum nächsten Nachtlager mit nochmal 1600 hm Abstieg.
Dazwischen nach dem Zustieg der erste Klettersteig hoch zum Gipfel, die Via Ferrata degli Alleghesi, danach Abstieg mit Route über den zweiten Klettersteig des Tages, die Via Ferrata Tissi, von deren Ende noch immer einiges an Höhenmetern bis zum Nachtlager zu schaffen sind.

Um etwa 07:00 war Abmarsch. Die Wettervorhersage war besser geworden und die Route konnte wie geplant gewagt werden. Der Weg zum Einstieg des Klettersteiges bot einen wunderbaren Ausblick in die Täler und entfernten Dolomitenketten, um die Uhrzeit mit tollen Schatten. Im Klettersteig selbst trieben die Wolken ihren Spaß mit uns, manchmal ging es in der weißen Suppe aufwärts, dann nur Augenblicke später hatten wir geradezu spektakuläre Fernblicke. Die Ferrata Alleghesi ist nicht sehr schwierig, wegen der Länge aber anstrengend und erfordert sehr gute Trittsicherheit, da nicht alle Stellen versichert sind.

Gegen 13:00 waren alle heil am Gipfel. Die Wolken waren meist gnädig und ließen uns einiges an Aussicht. Und das Wetter hat immer noch gehalten. Nach einer Rast und dem obligatorischen Gipfelfoto ging es also wieder bergab. Eine halbe Stunde unterhalb des Gipfels liegt eine kleine kuriose Hütte, an der wir nochmal Getränke tanken konnten.

Weiter abwärts mussten wir zunächst über ein breites Schneefeld und danach dann in den Klettersteig Tissi. Dieser zweite Klettersteig des Tages war schwieriger, auch weil wir ihn abwärts gegangen sind, stellenweise sehr ausgesetzt, aber für alle machbar. Gegen Ende sind wir ein gefährlicheres Schneefeld am Seil abgestiegen.

Der weitere Weg zur Hütte führte uns zunächst flach über eine fast magische Landschaft aus Stein und Moos, um dann durch Latschen steil bergab und schier undendlich weit bis zum Rifugio Vazzoller zu verlaufen. Nach 12,5 Stunden kamen wir dort an. Müde und mit mit schmerzenden Füßen, aber mit der Erinnerung an einen unvergesslichen Tag.

 

Tag 3:

Am Samstag stand ein buntes Programm auf dem Plan: Morgens nach dem Frühstück ging es zunächst zurück ins Tal. Wieder war es ein wunderbarer Morgen, besonders erfreulich, weil es in der Nacht wüst gewittert hatte. Der Weg westlich des Civetta-Massivs führte zunächst recht eben über grüne Wiesen und dann weiter sehr steil bergab durch schattigen Wald. In der Mittagszeit wurden der Parkplatz erreicht – nach einer ansehnlichen Menge an Höhenmetern.

Ein Teil der Gruppe ist von dort recht zügig aufgebrochen zum mittleren Programmpunkt des Tags: dem Falzarego-Pass und hoch zum kleinen Lagazuoi. Die Aussicht dort ist atemberaubend und doch ist es ein Ort der Erinnerung an furchtbare Zeiten: während des Ersten Weltkrieges waren hier äußerst umkämpfte Kriegsstellungen. Die Soldaten haben den Berg mit Stollen durchlöchert, unglaubliche Felsmengen wurden weggesprengt. Ein Teil der Stollen ist heute zu Besichtigung offen. Wir waren mit Helm (enge Stollen!) und Stirnlampen ausgestattet und haben auf dem dunklen Weg zurück nach unten einen kleinen Eindruck von den düsteren Zeiten bekommen.

Der Rest der SuW’ler genoss in der Zwischenzeit die Sonne, leckeres Essen und Trinken.

Treffpunkt für alle war dann am Nachmittag der kleine Ort Abtei. Unübersehbar grüßt dort der Heiligkreuzkofel, ein imposantes Massiv und das Ziel des nächsten Tages. Oben am Fuße des Berges war auch unser Nachtlager, das Rifugio S. Cruce, sehr alt, aber noch älter ist die kleine Wallfahrtskapelle dicht danben: Sie wurde vermutlich schon um das Jahr 1000 erbaut!

An diesem geschichtsträchtigen Ort konnten wir das Ende des Tages genießen, die langsam untergehende Sonne zauberte uns dabei warme Farben in die Landschaft. Und das Abendessen war das weitaus beste bisher.

 

 

Tag 4:

Am letzten Tag wurde der Heiligkreuzkofel in Angriff genommen. Und erneut hatten wir Glück mit dem Wetter: ein paar Tropfen beim Aufstieg waren alles an Regen in den 4 Tagen. Der Weg zum Gipfel ist kaum versichert und an manchen Stellen nicht ungefährlich. Angesichts der vielen Höhenmeter und wohl auch der nachlassenden Kraft am Tag 4 haben sich einige der Gruppe für das Umdrehen entschieden, die Bilder von oben zeigen aber, dass sich auch dieser Gipfel der Tour voll gelohnt hat.

Zurück am Refugio konnten alle sich nocheinmal stärken, bevor es endültig wieder nach Hause ging.

 

Die Dolomiten werden sicherlich wieder einmal Ziel einer Mehrtagestour werden!